Bonn ade

...auf dem Weg an das andere Ende der Welt

29April
2017

Hello Australia - Westküste

An Ostersonntag landeten wir in Broome, an dem wohl niedlichsten Flughafen den wir bisher gesehen haben. Unser Hostel konnten wir von dort zu Fuß erreichen. Da auch hier an Ostermontag alles geschlossen ist und wir das Auto erst am Dienstag abholen konnten, verbrachten wir einen Tag am Cable Beach. Dort ließ es sich bei 34°C durchaus aushalten. Im Hostel nutzten wir die Zeit, um die Reise an der Westküste zu planen. In Asien war es gar kein Problem spontan zu reisen und z.B. morgens einen Bus für nachmittags zu buchen. So gewöhnten wir uns das frühzeitige Planen schnell ab. In Australien ist er jedoch oft von Vorteil. Aktuell kommt noch dazu, dass hier gerade Osterferien sind und es nur so an australischen Familien überall wimmelt. Dementsprechend froh waren wir, dass wir noch zwei Plätze für eine Walhai-Tour in Exmouth reservieren konnten und wir diesmal vernünftigerweise das Auto vorgebucht hatten. Am Dienstag holten wir einen schlichten Nissan mit dem Zelt auf dem Dach ab. Für die heißen Temperaturen eignet sich das Zelt einfach besser als der Camper, das mussten wir im Outback feststellen. Außerdem kommt man auf den ewig langen Strecken etwas schneller voran.



Auf unserem Plan stand zuerst der Karijini Nationalpark. In der ersten Nacht, auf halber Strecke, regnete es. Das weckte Erinnerungen an die Regentage im Zelt in Neuseeland und gehört anscheinend irgendwie zu so einer "Zelt auf dem Auto-Buchung" dazu ;).
Wie immer auf langen Fahrten, nutzen wir Google Maps zur Navigation. Doch leider war das gewünschte Ziel "Touristeninfo", wie sich nach über 200 km (verbotener) roter Sandpiste herausstellte, nur eine Informationstafel. Das eigentliche Infocenter war nochmal 90 km entfernt. Erst jetzt zoomten wir in der Navigation im Handy heraus und erkannten, dass wir den Park bereits fast zur Hälfte umrundet hatten... für das Fahren auf der roten Sandpiste hatte sich der Umweg jedoch gelohnt. Brenzlig wurde es jedoch, als vor uns eine "Floodway" auftauchte. Das sind überflutete Bereiche auf der Straße. Da die Straßen hier oft rauf und runter gehen, wird ständig vor den Überschwemmungen gewarnt. Ohne Allradantrieb studierten wir erstmal die Straße und überlegten zwei Mal an welcher Stelle wir durchfahren sollten. Umdrehen war keine Option, denn das hätte ja nochmal die 200 km zurück bedeutet. Also Augen zu und durch... tatsächlich sind die Reifen an einer tieferen roten Matschstelle durchgedreht und haben unserem Auto ein schönes Muster verpasst. Froh, auf der anderen Seite angekommen zu sein, beschlossen wir nun die ungeteerten Straßen möglichst zu meiden.

 

Im Karijini Nationalpark hatten wir wegen des Umweges nicht mehr genügen Zeit, um uns alle Highlights anzuschauen. Wir entschieden uns für die Dale Gorge, da hier ein günstiger Campingplatz direkt um die Ecke war. Hinter den "Forescue Falls" befindet sich der "Fern Pool",. Da die meisten an dem Wasserfall davor stehen bleiben, sind die Zahlen der Besucher hier überschaubar. Außerdem liegt das Becken bis kurz vor dem Sonnenuntergang noch im Sonnenlicht, sodass wir die Abkühlung und Rückenmassage des Wasserfalls gern nutzen. Auch etwas praktisch, da unser Campingplatz für die Nacht keine Dusche hatte ;). 
Nach der Abkühlung schauten wir uns noch die Schlucht von einem Aussichtspunkt an. Auf dem Campingplatz machten wir uns mit den Campingstühlen und dem Tisch gemütlich und kochten, mit dem diesmal sehr gut funktionierenden Gaskocher. Da wir aus der letzten Anmietung gelernt hatten, probierten wir den Kocher direkt bei der Abholung aus. Sicher ist sicher. Abends krempelten wir die Plane an den Türen und Fenstern des Zeltes hoch, um unter dem wirklich extrem schönen Sternenhimmel einzuschlafen. Da wir hier sogar die Milchstraße klar erkennen konnten, toppt er mit einem kleinen Vorsprung noch den Sternenhimmel in Pai (Thailand), den wir auf einer zweitägigen Wanderung mitten im Nirgendwo gesehen haben. Nachts hörten wir die Dingos heulen.


Rund 600 km Fahrt lagen bis nach Exmouth vor uns. Bei den Temperaturen waren wir über die Klimaanlage ziemlich glücklich! Das Öffnen der Fenster kam auch auf dieser Strecke teilweise nicht in Frage, da wir wieder über eine rote Sandpiste geschickt wurden. Unser Vorsatz, die von der Vermietungsfirma Wicked verbotenen, ungeteerten Straßen zu meiden, hat also nicht mal 24 Stunden gehalten. Mit einem Zweiradantrieb war das Befahren der Straßen sicher noch abenteuerlicher als mit einem Allradantrieb.

In Exmouth angekommen bekamen wir auf dem ersten Campingplatz leider keinen Platz mehr, sodass wir auf einen anderen ausweichen mussten. Der war 25 km entfernt, ein paar Dollar günstiger, aber um einiges schlechter. Da wir allerdings unsere Elektrogeräte laden wollten, mussten wir sogar einen Stellplatz mit Strom mieten. Normalerweise buchen nur die großen Wohnmobile diese Stellplätze, die Strom für Licht, Küche etc. benötigen. Alle Leute in Zelten oder Campervans nehmen sich einfach eine Steckdose in der Campkitchen oder im Bad. Die Besitzerin wollte das aber vermeiden und hatte alle Steckdosen abgedeckt. Also reihten wir uns mit unserem Zelt auf dem Dach neben den dicken Wohnmobilen, Geländewagen sowie Ihren Booten ein. Das war schon ein amüsantes Bild.

Der Versuch, für den nächsten freien Tag eine Tauchtour zu buchen, scheiterte leider. Lediglich an dem Tag nach der Walhai-Tour bekamen wir noch zwei Plätze. Also hatten wir einen Puffertag, den wir zum Teil im Cape-Range-Nationalpark verbrachten. Dort gibt es jede Menge sehr schöne Strände die zum Schnorcheln einladen, denn das bekannte Ningaloo Riff beginnt unmittelbar am Strand. Da allerdings eine Warnung wegen Würfelquallen, einer der weltweit gefährlichsten Quallen, herausgegeben war, verzichteten wir auf das Schnorcheln und beobachteten das Treiben vom Strand aus. Tatsächlich gab es auch ein paar Touristen, die an den Warnschildern einfach vorbei gingen und in knappen Badesachen schnorcheln gingen. Manche Familien waren mit langen Neoprenanzügen, Schuhen und Handschuhen ziemlich gut ausgestattet. Nicht zuletzt konnten wir auch extrem viele Feuerquallen beobachten, die man schon von Weitem sah. Am Nachmittag vergnügten wir uns mit Autowaschen, um zumindest den gröbsten Dreck (und unzählige Riesenschmetterlinge vom Kühlergrill) schon einmal entfernen zu können. Denn vor Perth, dem letzten Ziel auf der Route, werden wir keine Waschanlage finden. 



Die kommenden drei Nächte schliefen wir auf einem Familien-Paradies-Campingplatz. Vom Spielplatz, über Fahrradverleih und Pool bis hin zum abendlichen Open-Air-Kino, war alles dabei. Wir zwei fühlten uns hier allerdings auch sehr wohl. Eine große Küche und viele Picknicktische luden abends zum Verweilen und Quatschen mit anderen ein. Neben australischen Familien waren auch viele Deutsche hier unterwegs. Exmouth zieht die Touristen vor allem wegen der Walhai-Touren von April bis Juli an. Auch uns hat das Erlebnis, mit so einem riesigen Walhai zu schwimmen, angelockt.

Morgens um 7 Uhr wurden wir mit einem Kleinbus eingesammelt und zum Boot gefahren. Dort gab es zur Begrüßung sehr leckeren Kaffee und Kekse. Es dauerte nicht lange, dann stand auch schon der erste Schnorchelgang am Ningaloo Riff auf dem Plan. Wegen der aktuellen Quallenwarnung bekamen wir dünne lange Anzüge, die in Kombination mit den Flossen und der Taucherbrille den gesamten Körper inkl. der Füße, der Hände und dem Kopf abdeckten. Nur die Mundpartie war noch frei. Bestens ausgestattet, war der Schnorchelgang vor allem dafür gedacht, damit jeder sein Equipment ausprobiert und für später gut ausgerüstet ist. "Später" meint die fünf Male, die wir tatsächlich neben einem Walhai geschwommen sind. Mit Hilfe von Flugzeugen werden die riesigen Meeresbewohner gesichtet und deren Koordinaten an die Boote weitergegeben. Nach einer kurzen Einweisung auf dem Boot geht es dann schnell. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt á 10 Personen und hüpften kurz darauf ins Wasser. Die Fotografin sprang immer als erste rein, um den Walhai genau zu Orten und gab uns dann das Zeichen:  "GO, GO, GO!". In einer Reihe aufgereiht, schauten wir unter Wasser, von wo er angeschwommen kommt und schwammen auf Kommando eine gewisse Zeit neben ihm her. Zwei Mal mussten wir ihm erst ausweichen, weil er mit seinem breiten Maul direkt auf uns zu kam. Die Crew wirkte sehr routiniert und achtete immer darauf, dass jeder den Sicherheitsabstand zum Hai einhielt. Bei den fünf Malen, schwammen wir mit vier verschiedenen Walhaien. Ja, es sind tatsächlich Haie. Ihren Zusatz "Wal" tragen sie, weil sie die Größe von Walen haben. Alle Walhaie gleiteten ziemlich entspannt durch das Wasser uns ließen sich von uns überhaupt nicht stören. Das Nebenherschwimmen war auch nicht besonders anstrengend, da sie sich im Vergleich zu ihrer Größe ziemlich langsam fortbewegen. Nach dem Erlebnis mit den Walhaien gab es ein sehr reichliches Mittagessen und noch einen Schnorchelgang inkl. Wasserscooter und Stand-Up-Paddling. Dabei gab es noch einige andere Meeresbewohner zu sehen. Auf dem Rückweg erspähten wir vom Boot noch Seekühe und Delfine. Dank der Fotografin haben wir tolle Bilder von diesem zwar teuren, aber definitiv lohnenswerten, Erlebnis!

 
Am darauffolgenden Tag wurden wir ebenfalls wieder eingesammelt und auf ein anderes Boot gebracht. Auf unserem Plan stand heute das Tauchen im Ningaloo Riff. Bei beiden Tauchgängen waren wir eine kleine Gruppe von vier Leuten plus einem Guide. Mit uns, zwei australische Teenies, die unter Wasser etwas unkoordiniert waren und einige Male, wenn sie etwas gesehen haben einfach hinterher geschwommen sind und von unserem Guide wieder "eingefangen"werden mussten. Zudem war die Sicht mit Koh Tao nach dem Unwetter zu vergleichen. Daher war der erste Tauchgang eher nervig als schön. Der Zweite machte aber alles wieder wett. Die Teenies waren einigermaßen als Tauchbuddys zusammen und es ließen sich mehr Tiere blicken. Darunter Schildkröten, kleine Nemos, Bannerfische, Riffhaie, Baracudas ... und unser Highlight: ein Leopardenhai, rund zwei Meter lang, der sich am Meeresboden ausruhte. Da wir unsere Actioncam ja leider in der dritten Woche unserer Reise in Kambodscha liegengelassen haben, bleiben die Tauchgänge nur als Erinnerung im Kopf.

Nach vier Tagen in Exmouth ging es weiter zur Shark Bay. Auf dem Weg stoppten wir am Shellbeach, dem schönsten Strand der Reise. Der Strand besteht aus Millionen weißer Muscheln und um sich abzukühlen muss man erst ca. 250 Meter in Kniehohem Wasser hereinlaufen.



Wir steuerten Monkey Mia an. Die Strecke von Denham nach Monkey Mia ist ein Weltkulturerbe, auch wenn sie für uns nicht wirklich besonders aussah. Eigentlich fuhr man 20 km nur an grünen Büschen vorbei. Monkey Mia selbst besteht nur aus einem Campingplatz mit Restaurant und Bar. Angelockt werden die Besucher durch die Delfine, die jeden Morgen in die Bucht kommen. Das wollten wir uns auch anschauen. In den 90er Jahren konnte man ganze Eimer Fische kaufen und diese dann an die Delfine verfüttern. Da dadurch aber der eigenen Jagdtrieb nachlies und die Jungen gar nicht mehr lernten sich selbst zu versorgen, entstand irgendwann eine Organisation, die bis heute geführte Fütterung anbietet. Das bedeutet, dass sich morgens um 7.45 Uhr die die Leute am Strand versammeln, zwei Guides über die Delfine berichten, während man mit den Füßen im Wasser steht und die Delfine zwei Meter vor einem auf und ab schwimmen. Im Anschluss verlassen alle das Wasser und die Guides fordern einzelne Leute auf ins Wasser zu kommen und den Delfinen einen Fisch hinzuhalten. Das ganze passiert mit kleinen Pausen drei mal täglich am Vormittag. Ja, es ist toll, dass es die Organisation gibt, die die Mengen auf einen Bruchteil der täglich notwendigen Nahrung reduziert hat. Doch wir fragen uns schon, warum die wilden Delfine überhaupt noch gefüttert werden müssen. Vielleicht auch nur, um die Touristen anzulocken, die pro Kopf 12$ für dieses Ereignis zahlen sollen... 
 

Weiter südlich steuerten wir den Kalbarri Nationalpark an. Auf dem Campingplatz stellten wir jedoch fest, dass die eine Halterung am Zelt gebrochen war. Wie oder wann genau das passiert ist wissen wir nicht, denn eigentlich kann man bei dem Auf- und Abbau kaum etwas falsch machen. Da das Zelt nicht mehr zu den Neusten zählte, kann es nur am Verschleiß liegen. Ärgern und spekulieren nütze uns nun alles nichts. Das Schlafen im Zelt war unmöglich und wir mussten in einer Kabine übernachten. Das sind kleine Hütten auf dem Campingplatz. Natürlich waren die deutlich teurer! Hostels sind an der Westküste nicht wirklich zu finden. Falls doch, sind sie ziemlich teuer.   

Das Highlight im Kalbarri Nationalpark ist das "Nature Window". Ein aus Steinen geformtes Fenster mit einer tollen Aussicht. Dieses ist aber, wie wir vor Ort erst erfuhren, für ein paar Monate wegen Baumaßnahmen geschlossen. Zum Nationalpark gehört aber auch die weiter nach Süden verlaufende Küstenstraße mit vielen schönen Aussichtspunkten, die definitiv sehenswert sind. Absolut nervig sind aber leider auch hier unzählige FLIEGEN, die gern auch auf den Innenseiten der Sonnenbrillen, in Ohren oder auch in den Nasenlöchern Unterschlupf suchen,

Allgemein begleiten uns die Fliegen seit dem Outback auch an der Westküste recht regelmäßig. Man hat zwei Optionen: entweder läuft man mit wedelnden Armen oder mit einem Hut mit einem Moskitonetz, welches bis zum zum Hals geht, durch die Gegend. Wir fanden die Hüte so hässlich, dass wir darauf verzichteten. Im Nachhinein waren wir jedoch oft so sehr genervt von den kleinen Biestern, dass wir beim nächsten Mal vielleicht doch zu diesem Accessoire greifen würden.

 
Der letzte Nationalpark auf unserer Route war der Nambung Nationalpark. Dieser ist bekannt für hunderte große und kleine Felsen, bestehend aus Muschelresten, die aus dem Sand ragen. Man kann mit dem Auto einen vier Kilometer langen Weg, der sich durch hohe diese Formationen schlängelt,  abfahren. Schon ein beeindruckender Anblick.


Die letzten 200 km, des insgesamt 3.800 km langen Trips an der Westküste, brachten uns nach Fremantle, einem hippen Stadtteil von Perth, der für die netten Restaurants und Bars bekannt ist. Nach unserem Abendessen in einem Asia-Foodstall schlenderten wir durch die Hauptstraße.
Der angepriesene Wochenend-Markt war bei der Öffnung morgens um 8 Uhr erst zu einem Drittel aufgebaut. Davon hatten wir uns mehr versprochen. Amüsant war aber die "Bratwurst Bar", die mit "the best wurst in town" wirbt. Er verkauft wohl authentisch deutsche Bratwurst, die in Australien hergestellt wird. Die Bratwurst im Brötchen bekommt man dann mit einem Deutschlandfähnchen serviert. Direkt daneben gab es dann noch "The Mettwurst Shop".. :)
Wir übernachteten in einem Hostel, dass in einem Teil des alten Gefängnisses untergebracht ist. Eine ziemlich coole Idee mit viel Charme spannenden Geschichten.


Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir in Perth. Doch bevor wir durch die Stadt schlendern konnten, putzen wir rund zwei Stunden lang das Mietauto. Das war nach unserer Begegnung mit der überfluteten roten Sandpiste dringend notwendig, um einer Strafe wegen dem Befahren verbotener Straßen zu umgehen. Zudem brachten wir ja schon ein kaputtes Zelt zurück, da wollten wir wenigstens mit einem sauberen Auto glänzen. Nachdem die automatische Waschstraße so gut wie nichts gebracht hatte,  verbrauchten wir noch so einige Dollar, um das Auto auch von unten per Hand möglichst von dem Sand zu befreien. Da kam eine ziemlich große rote Pfütze zu Stande. Die Arbeit hat sich aber gelohnt. Es gab ein großes Lob für das saubere Auto und ein "no worries" wegen dem Zelt. Damit hätten wir nicht gerechnet. Glück gehabt!

Am Nachmittag erkundeten wir Perth, eine weitere schöne Stadt für uns, neben Melbourne und Brisbane, und ließen den Abend mit Sushi und Livemusik in einem Pub ausklingen.
Wir gönnten wir uns zum Abschluss ein Hotel mit einem riesen Zimmer, einem großen und bequemen Bett, weichen Handtüchern und sogar Frühstück. Was wollten wir da mehr? :)

 

Und dann ging es ruck zuck... die Fahrt zum Flughafen, Gepäck einchecken,  Sicherheitskontrollen, boarden und hier sitzen wir nun im Flieger Richtung Frankfurt. Mit der Airline Etihad können wir es uns richtig gut gehen lassen. Neben reichlich und leckerem Essen gibt es jede Menge Filme im Angebot.

Wir verlassen den roten Kontinent, auf dem wir mehr Kühe als Kängurus gesehen und in kurzer Zeit tausende Kilometer zurückgelegt haben. Von den Großstädten bis hin zum absoluten Nichts im Outback, haben wir Australien ganz unterschiedlich wahrgenommen und kennengelernt.

Nach einer tollen und sicher unvergesslichen Zeit heißt es nun auf nach Bonn, auf nach Hause! - Das klingt nach sechs Monaten richtig gut.

16April
2017

Hello Australia - Outback

Der Flieger brachte uns nach Darwin. Hier erwartete uns ein ganz anderes Wetter, denn es waren tropische 37°C. Tatsächlich gib es hier auch Denguemücken, sodass wir uns mit Autan einsprühten und uns der Geruch des Sprays direkt an Asien erinnerte, wo es ein täglicher (und lästiger) Begleiter war.
Erster Stop: Visitor Center. Wir statteten uns mit lauter Infos, Straßenkarten und Karten über die Lage der Tankstellen im Outback aus. Die Dame am Schalter nannte uns ihre Highlights und wies uns darauf hin, auf den letzten 600 km zwischen Tennant Creek und Alice Springs besser keinen Stopp einzulegen, weil dort wohl ab und zu Touristen verschwinden. Gespannt planten wir die Übernachtungen um diese Strecke herum.
Danach schlenderten wir durch Darwin, tranken Kaffee und aßen abends bei unserer Unterkunft im Restaurant Steak zum Schnapperpreis.
Hier sind wir auch das erste Mal einigen Aboriginis begegnet. Leider fielen sie wirklich negativ auf, weil sie bereits am Mittag betrunken waren und sich gegenseitig auf der Straße anpöbelten. 

Tatsächlich hatten wir dieses Mal kein Auto vorher gebucht. Da uns online immer noch die Verfügbarkeit angezeigt wurde, waren wir mutig und liefen morgens einfach bei Wicked ins Büro herein und fragten nach einem Camper. Der leicht überforderte Mitarbeiter erklärte uns, dass er keinen Camper mehr hätte, da zwei kaputt gegangen seien und er den Kunden neue Fahrzeuge stellen musste. Unter anderem eben auch die, die online noch als verfügbar angezeigt wurden... Das war schon ziemlich doof, da wir für das Outback einen ziemlich straffen Plan hatten. Während wir im Büro saßen und grübelten, ob wir nun den viel teureren Geländewagen mit Allradantrieb (den wir für unsere Strecken nicht brauchten!) nehmen sollten, kam tatsächlich ein Typ hereinspaziert, der seinen Campervan für heute storniert hat. JACKPOT! Zehn Minuten später unterschrieben wir den Mietvertrag für den Van. Dieses Mal ein schlichtes Modell ;). Mit jeder Menge Trinkwasser, Lebensmitteln und einem vollen Benzinkanister machten wir uns auf den Weg zum Uluru. Die rund 2000 km nahmen wir uns in fünf Tagen vor. Unterwegs gab es neben den kilometerlangen Straßen noch einiges zu sehen. 

 

Da es die Tage zuvor geregnet hat, waren die meisten Straßen im Kakadu Nationalpark komplett gesperrt oder nur für Allradantrieb Fahrzeuge geeignet. Daher strichen wir den Park von unserer Liste und fuhren direkt zum Litchfield Nationalpark. Wir staunten über die riesigen Termitenhügel und ahnten noch nicht, dass wir auf den Straßen durch Australien noch unzählige davon sehen werden. Ansonsten gab es noch Wasserfälle und kleine natürliche Schwimmbecken zu sehen. Bei dem großen Wasserfall machten wir einen kleinen Trek und entdeckten große Spinnen, Wildschweine, einen Flughund (leider tot) und genossen die Aussicht von oben über die grüne Landschaft. Salties (Salzwasserkrokodile) haben wir in dem Becken vom Wasserfall leider nicht entdeckt.

  

Auf der Suche nach dem Campingplatz standen wir bei Dämmerung vor einem geschlossenen Park. Das bedeutete wir mussten 15 km zurück fahren zu einem anderen Campingplatz. Das machte bei lauter Kängurus die jetzt so richtig aktiv werden nur wenig Spaß. Dort angekommen, hielt uns der Besitzer eine Predigt, dass es sehr unverantwortlich sei bei Dunkelheit zu fahren und wir Glück haben, dass er noch offen hat (es war gerade einmal 19 Uhr...). Dies sei nur eine Ausnahme, weil er noch auf Gäste wartet, die vorher reserviert hatten. Für die nächsten Tagen nahmen wir uns vor früher am Campingplatz anzukommen, sodass man zur Not noch einen anderen anfahren kann. Die Nacht auf dem Campingplatz in Bachelor war der Horror, da wir uns zwischen tausenden Mückenstichen oder einer warmen Nacht im stickigen Van mit geschlossenen Fenstern entscheiden mussten. Wir entschieden uns für die Mückenstiche und kaum Schlaf, da uns das Summen der kleinen miesen Tiere wach gehalten hat.

Unser Tagesziel war der Kauf eines Mückennetzes, dass wir dann vor die Fenster kleben können. Wir wurden tatsächlich in Katherine, dem nächst "größeren" Ort, fündig. Die kommenden Nächte waren gerettet!
In Katherine schauten wir uns eine bekannte Schlucht an. Da es unerträglich heiß war, reichte uns der kürzeste Wanderweg zum ersten Lookout voll aus.
 
Übernachtet haben wir in Mataranka. Dort sind wir am nächsten Morgen in den heißen Quellen eine Runde geschwommen. Da es in der Gegend Freshies (Süßwasserkrokodile) gibt und an der Quelle auch vor diesen gewarnt wird, war dies sicher unser aufregendstes Schwimmerlebnis auf der Reise. Die Dame vom Campingplatz sagte uns, dass es den Krokodilen dort "in der Regel" zu warm sei. Aber wer weiß, ob sich nicht doch gerade mal eins dort wohlfühlt...


Auf dem weiteren Weg fanden wir mitten im Nichts, in Daly Waters, einen bekannten alten Pub, bei dem wir uns einen kalten Eistee gönnten.

Auf dem besagten Stück zwischen Tennant Creek und Alice Springs hielten wir uns an die Empfehlung der Frau aus dem Visitor Center und hielten an keinem Rastplatz an, auch wenn diese nicht gefährlich aussahen oder sich da Leute rumgetrieben haben. Lediglich die Devil Marbles und eine Tankstelle steuerten wir an. Die Devil Marbles sind große rote runde Steine, die teilweise wie gestapelt mitten in der Landschaft auftauchen. Für ein paar Fotos legten wir die FlipFlops ab und kletterten auf den Steinen herum. Chris kostete das leider eine tiefe Schnittwunde am Fuß, die wir bei 38°C im Schatten erstmal verartzten mussten.

An der Tankstelle nutzen wir den seltenen Mobilfunkempfang und buchten u.a. daß Auto für die Westküste. Dabei hatten wir die Zündung an, hörten Musik und luden ein Handy. Das war dann leider nach 20 Minuten zu viel für die Autobatterie und wir kamen nicht mehr vom Fleck. Der erste Versuch, von einem australischen Paar, uns Starthilfe zu geben scheiterte an dem alten verrosteten Kabel, dass wir im Auto hatten. Als nächstes kam ein Aborigini mit seinem PickUp und einer gefühlten Werkstatt auf der Ladefläche an die Tankstelle. Er gab uns mit seinem eigenen Kabel Starthilfe und es funktionierte :). Im schlimmsten Fall hätten wir eine Pannenhilfe anrufen und mindestens zwei Stunden warten müssen. Dann wäre es dunkel gewesen und wir hätten dort (auf der Strecke wo man nicht einmal anhalten soll) übernachten müssen. Glück gehabt!

Auf dem Stuart Highway, der senkrecht und mittig durch das Land führt, sahen wir noch sehr viele Termitenhügel, die teilweise mit Shirts, Kappen oder Bikinis bekleidet wurden. Warum auch immer, es hatte Witz :). Auffällig waren auch die vielen Schrottautos, die verrostet und mit eingeschlagenen Scheiben am Straßenrand standen. Tiere gab es auch zu sehen, allerdings deutlich(!) mehr Kühe als Kängurus. Viele der Kühe haben die Begegnung mit den riesigen Road Trains, die rund 50 Meter lang und ziemlich schnell unterwegs sind, nicht überlebt. Oft erkannte man schon von Weitem an den Aßgeiern, dass ein Tier überfahren wurde. Das war meist kein schöner Anblick. Unsere Tierliste vom Outback:
- Flughunde (lebendig und tot)
- Wildschweine (lebendig)
- Kängurus (lebendig und tot)
- Kühe (lebendig und tot)
- Büffel (tot)
- Spinnen (riesig :)  )
- Schlangen (lebendig und tot)
- Dingos (lebendig)

Aber wovon es definitiv am meisten gab, waren FLIEGEN, überall FLIEGEN!!

Die Fahrt durch das Outback war schon ein Erlebnis, auch wenn sich nur alle hunderte Kilometer mal die Landschaft ändert. Da nicht so viele Autos unterwegs sind, grüßt man sich mit einem Handzeichen, wenn man dann doch mal Jemanden trifft. Den Spritverbrauch sollte man tatsächlich gut im Auge behalten, da die Tankstellen spärlich verteilt sind. Wir haben fast an jeder tanken müssen. Manchmal auch nur zur Sicherheit, da es auch vorkommen kann, dass eine Tankstelle "leer" ist.

     

Auf dem Weg zum Uluru stoppten wir nur für die Übernachtung in Alice Springs. Kurzer Hand entschieden wir mit Christians Fuß im Krankenhaus vorbei zu schauen, alles andere hatte schon zu. Nach ewigem Warten bekamen wir vor der Untersuchung schon die Rechnung in die Hand gedrückt. Und die war ziemlich gesalzen: 503 AUD$!!!
Zum Glück haben wir eine Auslandskrankenversicherung. Letztendlich hatten sie den Fuß nur für zehn Minuten in ein warmes Fußbad gestellt und der Arzt hat einmal drauf geschaut. Er hat die Wunde nicht einmal gesäubert und lobte uns nur für unsere gute Vorarbeit. Dann schweifte er ab und erklärte uns, dass er ja ein Arzt von "Ärtze ohne Grenzen" sei und schon ganz andere Sachen gesehen hat. Auf unsere Nachfrage hin, ob der Dreck an der tiefsten Stelle nicht lieber raus sollte, meinte er nur: "das eitert dann schon raus". Gut, genau das wollten wir ja verhindern! Chris bekam ein Pflaster auf den Fuß geklebt, eine Salbe in die Hand gedrückt und wir konnten gehen...

Südwestlich von Alice Springs steuerten wir zuerst den Kings Canyon an. Auf den knapp 500 km änderte sich die Landschaft noch einmal. Jetzt erkannte man deutlich warum Australien auch "der rote Kontinent" genannt wird!
Bei der Wanderung zum Kings Canyon konnten wir uns an den roten Felsen, die in der Sonne leuchten, kaum satt sehen.

   (ein regelmäßiger Begleiter ;) )


Auf dem Campingplatz stellten wir fest, dass unser Gaskocher kaputt ist. Die Tage zuvor hatten die Campingplätze immer eine vollausgestattete Gemeinschaftsküche, sodass wir ihn nicht brauchten. Ziemlich unglücklich, dass wir an dem Abend die Ravioli-Packung und Schinkenwürfel schon geöffnet hatten. Der Versuch, den Gaskocher zu reparieren, scheiterte. Jedoch baten uns unsere Campnachbarn an, bei ihnen zu kochen. Das australische Paar aus Melbourne war perfekt ausgestattet. Im Gespräch bestätigten sie übrigens die Aussage der Frau aus dem Visitor Center, bezüglich der Teilstrecke vor Alice Springs, wo man lieber keinen Stopp einlegen sollte. Dort sei es tatsächlich schon häufiger zu Verbrechen gekommen.
Während des Essens streunerte ein Dingo um uns herum, der wohl auch hungrig war. Nach einer Weile und ein paar Versuchen ihn zu verscheuchen, gab er dann auf.
Mobilfunkempfang suchten wir hier vergeblich. Für 5 AUD$ kauften wir bescheidene 100 MB Internet, da wir die Weiterreise planen und ein paar Aktivitäten buchen wollten.

Nächste Station: Uluru oder wohl eher bekannt als Ayers Rock. Am ersten Abend schauten wir uns den Uluru beim Sonnenuntergang als auch im Mondschein an. Zurück auf dem Campingplatz, kochten wir mit dem Topf auf der Barbecue Platte. Das dauerte zwar ewig, aber immerhin gab es etwas Warmes zu essen. Am nächsten Morgen standen wir früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen und danach den zehn Kilometer Rundgang um den roten Felsen zu laufen. Obwohl Chris noch nicht ganz so schnell zu Fuß war, schafften wir es knapp unter der vorgesehen Zeit von 3 1/2 Stunden. Der Rundgang ist definitiv zu empfehlen, denn der rote Koloss sieht auch aus nächster Nähe beindruckend aus.



Den kommenden Tag fuhren wir zur "Schwester" vom Uluru, zu Kata Tjuta, einer anderen Felsformation. Dort gab es eine sieben Kilometer Wanderung über Stock und Stein. Schon deutlich anspruchsvoller als der Spaziergang um den Uluru, aber mindestens genauso schön! Mit der Zeit im Blick, kamen wir nach der Hälfte der vorgesehenen Zeit am Parkplatz an und machten uns auf den Rückweg nach Alice Springs (491 km).

 
In Alice Springs schliefen wir in einem alten amerikanischen Bus. Dieser stand auf dem Gelände von einer Backpackerunterkunft. Neben dem Bus gab es noch eine Skihütte und zwei Wohnwagen, die man zum Übernachten buchen konnte.
 
Geführt wurde die nett hergerichtete Anlage von einem Deutschen. Warum man allerdings nach Alice Springs auswandert, konnten wir nicht so ganz nachvollziehen. Außer ein paar Galerien, in denen man schöne, aber leider viel zu teure Bilder der Aboriginis kaufen kann, gibt es hier nicht so viel zu sehen. Die Aboriginis selbst fallen aber leider auch hier nur auf, weil sie uns betrunken anquatschten und um Geld bettelten.

Ziemlich cool war allerdings das Reptilien-Center, wo wir eine Phyton und eine große Echse halten konnten.

 Das ist sicher die lustigste Schildkröte der Welt : "the pig-nosed turtle"

Die rund 2000 km durch das Outback haben sich definitiv gelohnt. Zwar saßen wir viel im Auto, aber irgendwie gehört das auch dazu. Der rote Sand hat sich in jeder kleinen Lücke festgesetzt und die Hitze war mittags wirklich unerträglich. Nachdem wir nun eine ganz anderen Seite von Australien kennengelernt haben, geht es zum Endspurt an die Westküste.

Das Sicht auf das Outback aus dem Flieger:

23März
2017

Hello Australia - Ostküste

Nach einem Luxus- Emirates-Flug zum Schnapperpreis von Christchurch, landeten wir in Sydney. Bei der Passkontrolle bekommt Chris immer ein Kommentar zu seinem  Bart, denn wie auf seinem Passbild sieht er schon länger nicht mehr aus. Die Kommentare sind, zu seiner Freude, immer positiv. ;)

In Sydney verzichteten wir einmal auf ein Hostel und bevorzugten ein Hotel, sogar mit Frühstück. Nach zwei Wochen im Zelt, schliefen wir gefühlt wie auf Wolken. Hier konnten wir es uns gut gehen lassen!
Bei unserer Stadterkundung hatten wir Glück mit dem Wetter. Erste Anlaufstelle war natürlich die Oper am Hafen. Wie oft bei Sehenswürdigkeiten kannten wir das Gebäude schon von Fotos und waren daher vom Original dann nicht mehr so überwältigt. Es war so ein bisschen wie beim Brandenburger Tor in Berlin, dass wir uns auch immer etwas größer vorgestellt hatten. Trotzdem prägt die Oper das Stadtbild stark und ohne sie wäre Sydney vielleicht eine Stadt wie jede andere.
Die Innenstadt mit vielen Parks und den alten Gebäuden ist zum Bummeln wirklich schön. Allgemein wirkte Sydney auf uns aber auch sehr "busy". Überall Anzugsträger die im Schnellschritt zur Mittagspause oder in den Feierabend gehen. Für den Abend kauften wir zwei Karten für eine Vorstellung und besuchten in unserer Alltagskleidung (leicht "underdresst") die Oper und stellten fest, dass wir dafür vielleicht doch eher noch etwas zu jung sind... :)

Wir haben schon häufig gehört, dass man in Australiens Metropolen entweder Sydney- oder Melbourne-Fan ist. Beides würde wohl nicht gehen (fast wie Köln und Düsseldorf;) ). Wir würden uns dann wohl eher zu den "Melbournern" zählen!

Es regnete bereits als wir unseren neuen Wicked Camper abholten. Wie jedes Mal waren wir gespannt, welches Auto wir wohl bekommen. Uns begrüßte der pinke Panther in rosa und lila Tönen.

Zum ersten Mal buchten wie einen klassischen Campervan, der sich angesichts des Wetters als genau richtig erwies.
Der Regen hielt leider noch einige Tage an, sodass wir nicht wirklich viel unternehmen konnten. An den Abfahrten zu den schönen Stränden fuhren wir, mit dem Scheibenwischer auf höhster Stufe, meist nur vorbei...
Für zwei Dinge war der strömende Dauerregen allerdings vorteilhaft. Die Wasserfälle waren gut gefüllt und damit auch sehr sehenswert. In Kombination mit starkem Wind bildeten sich außerdem auch ungewohnt hohe Wellen mit Weltuntergangsstimmung, was irgendwie ungemütlich, aber faszinierend zugleich, war :).  Bei dem Wetter fuhren wir, so bietet es sich ja auch an, durch einen Regenwald. An der "Waterfall Road" zählten wir 43 Wasserfälle. Der hier war aber unser Favorit:
 



Da kommen doch Erinnerungen an KoTao in Thailand und Indonesien auf... Doch diesmal können wir nicht spontan einen Flug buchen und flüchten, denn unser Auto ist fest gebucht. Also Augen (und Fenster) zu und durch...

Auf einem Campingplatz trafen wir eine australische Campertruppe. Mit Kaffee in den Thermoskannen und mitgebrachtem Kuchen breiteten sie sich in dem überdachten Bereich aus. Während des Frühstücks kamen wir ins Gespräch, sammelten Tipps für das Outback und die Westküste und ZACK war Chris in ihr erstes Gruppenspiel an diesem Wochenende integriert.

In Bayron Bay nutzen wir die regenfreien Stunden zum Herumlaufen und Kaffee trinken. Viel mehr gab es in der Touristenhochburg nicht zu sehen.
An den kommenden Stränden stand das Surfen auf unserem Plan. Doch leider spielte entweder das Wetter nicht mit oder der Strand war wegen Wettkämpfen gesperrt. Bei einem kurzen Stopp im Ort Surfers Paradise konnten wir weder Surfer noch das Paradies finden.

Auf einem Campingplatz (eher ein Parkplatz) am Highway, sprang am Abend ein echt großes Känguru an uns vorbei. Das erste (lebendige) Känguru in freier Wildbahn, das wir gesehen haben. Das kleinere, dass uns zum Frühstück begrüßte war etwas fotoscheu ;)

 

Die nächste größerer Stadt war Brisbane. Nachdem wir einen ganzen Tag im Park und in einem Café verbummelt haben, bemerkten wir, dass uns die Stadt schon ziemlich sympathisch ist. Es ist zwar eine große Stadt, jedoch ohne die Massen an  vielbeschäftigten Anzugsträger, die umherhetzen.
Vom Rathaus hat man einen tollen Blick über die Stadt. Da unsere Auto in einem Parkhaus auf der anderen Flußseite stand, war auch ein Abstecher an der Lagune nicht weit.

 

13März
2017

Hello New Zealand - Südinsel

"Hey, how is it going?" ... die Frage bekommt man wirklich von JEDEM Neuseeländer zur Begrüßung gestellt. Dabei interessiert es sie eigentlich nicht wirklich wie es einem geht. Es ist eher eine Floskel auf die sie nicht unbedingt eine Antwort erwarten. Trotzdem antworteten wir meist nur mit "good thanks". Irgendwie ist es verwirrend, aber andererseits auch einfach freundlich. Allgemein sind die Neuseeländer mit Abstand das netteste Völkchen, dem wir auf der Reise begegnet sind. Z.B. ist uns das bei den Busfahrern aufgefallen. Sie warteten, wenn wir von weitem mit unseren Rucksäcken angelaufen kamen, erklärten uns in Ruhe welchen Bus wir nehmen sollen und wo wir dann zu unserem Hostel lang laufen müssen. Das ist man aus Deutschland nicht gewöhnt. Auch die täglichen Begegnungen mit Neuseeländern fallen immer freundlich aus, ein Lächeln und nette Grüße scheinen hier Standard zu sein.

Auf der Südinsel holten wir das nächste Auto ab. Wieder ein Mietauto der Firma Wicked und wieder mit einem Zelt auf dem Dach. Diesmal jedoch mit auffälligerem Design. Das führte dazu, dass uns noch deutlich mehr Leute hinterher geguckt oder angesprochen haben.

 


Mit besserem Wetter starteten wir in Christchurch. Die Stadt ist fast regelmäßig von Erdbeben betroffen und daher immer eine große Baustelle. Viel zu sehen gibt es hier nicht, trotzdem hat uns die Stadt gefallen. Vor allem Streetart und weitläufige Straßen prägen die Stadt. Im Warehouse wollten wir unser Campingequipment etwas aufstocken. Doch ein Deutscher, der an diesem Tag abreiste und unser Gespräch mitgehört hatte, schenkte uns seinen Campingkocher inkl. Gasflaschen, einen Topf und eine große Pfanne. Das war perfekt, da wir so rund 50 Dollar gespart haben.

 


Voll ausgestattet fuhren wir in Richtung Norden. Unser Ziel waren die Marlborough Sounds. Da die Küstenstraße nach dem letztem Erdbeben geschlossen ist, mussten wir einen größeren Umweg durch das Land nehmen. So viele alternative Straßen gibt es hier nicht. In Neuseeland ist beim Reisen der Weg das Ziel. Man könnte alle paar Meter anhalten, um Fotos von der Landschaft zu machen. Doch das ist ohne Haltebucht, und manchmal mit einem drängelnden Neuseeländer im Nacken, nicht immer möglich. Die Nordinsel haben wir größtenteils mit grünen Hügellandschaften wahrgenommen. Die Südinsel ist dagegen noch vielfältiger. 

 

Wir schliefen teilweise auf kostenlosen Campingplätzen, die nur mit einem Plumpsklo ausgestattet sind. Dafür liegen sie aber meist an schönen Stellen mitten in der Landschaft. Mit uns haben sich hier auch noch tausende Sandfliegen sehr wohlgefühlt. Auf gut ausgestatteten Holiday Parks haben wir besonders dann geschlafen, wenn wir die Kamera und andere Elektrogeräte aufladen mussten, Wäsche waschen oder WLAN nutzen wollten. Duschen mussten wir natürlich auch zwischendurch, gerne in Holiday Parks oder im Schwimmbad.

Von den Marlborough Sounds folgten wir einer Küstenstraße nach Nelson. Die Aussicht, vorbei an den kleinen Inseln und Buchten, war super schön!


In Nelson buchten wir dann ziemlich spontan eine Tagestour im Abel Tasman Nationalpark. Mit einem Taxiboot fuhren wir erst die komplette Küste ab und wurden auf dem Rückweg dann an einem Strand rausgelassen. Von dort aus liefen wir etwas mehr als zehn Kilometer an der Küste entlang. Das Ziel war ein weiterer Strand. Ziemlich genau nach vier Stunden sind wir angekommen und wurden kurz darauf vom Wassertaxi wieder eingesammelt. Es war eine schöne Wanderung, bei der wir gern noch mehr Stopps eingelegt hätten, doch das war mit der knappen Zeit leider nicht möglich.

   

Unterwegs in den Süden fuhren wir an einer alten Goldmine vorbei, die wir für 10$ pro Nase besichtigen konnten. Vorab gab es Infos vom Besitzer, dessen Opa die Mine eröffnete. Auch heute ist er noch in dieser tätig. Da der Betrieb nicht mehr so viel Erfolg bringt wie damals, verkauft er zusätzlich noch Sand zur Plastikherstellung. Er erzählte uns, dass er auf die verschiedenen Einnahmen angewiesen und um jeden Touristen dankbar ist, der zu ihm kommt. Natürlich sollen wir all unseren Bekannten die Mine empfehlen... Das haben wir dann hiermit getan. :)



Als nächstes steuerten wir die Pancake Rocks an. Der nächste touristische und sehr schöne Fleck. Bei den "gestapelten" Felsplatten bekommt man natürlich Appetit auf Pancakes. Da die Preise dafür in den Restaurants und Cafés aber ordentlich gesalzen sind, griffen wir doch lieber zu den bekannten Pies. Die gibt es hier so gut wie überall, meist mit einer Fleischfüllung.


In Wanaka hebten wir ab! Pilot Christian flog uns in einer Propellermaschine und ohne Autopilot über die kleine Stadt am See. Der neuseeländische Co-Pilot war dabei völlig untätig. Ein ziemlich aufregendes Abenteuer für alle Beteiligten!!!  :)


Mit dem Auto ging es weiter nach Queenstown, der wohl touristischsten Stadt auf der Südinsel. Zuerst gab es bei "Fergburger" einen wirklich sehr leckeren Burger und danach bei "Patagonia" jeweils zwei dicke Kugeln Eis. Allein dafür lohnt sich der Besuch in der Stadt schon :). Das wahrscheinlich beste Essen dieser Art, das wir unterwegs gegessen haben!



Für den nächsten Tag buchten wir eine Tour durch die Doubtful Sounds, ein Fjordlandnationalpark. Nach einer sehr kalten Nacht im Zelt, legte das Boot gegen sieben Uhr morgens ab. Wir waren das einzige Boot und hatten einen 360° tollen Blick auf die Berge. Ein paar Robben gab es auch zu sehen. Ein wirklich tolles Erlebnis!

Nach dem Bootstrip ging es dann noch weiter in den Süden zu den Catlins, einer schönen Küstenstraße. Die Nacht, am Anfang der Catlins, war ähnlich kalt, wie die im Fjordland. Unsere Campingnachbarn, eine Familie aus Frankreich in einem riesigen Wohnmobil, hatten Mitleid und brachten uns eine Wolldecke. :)
Mit der Sonne im Gepäck ging es am nächsten Morgen die Catlins entlang. Jede Abzweigung zum Meer ist hier sehenswert! Unsere Campingnachbarn trafen wir in den nächsten beiden Tagen noch mehrmals wieder.


Nach einem kleinen Kaffeestop im gemütlichen Dunedin fuhren wir zum Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Die Fahrt war etwas aufregend, da wir zum einen spät unterwegs waren und im Dunkeln die Tiere erst so richtig aktiv werden (einige sah man überfahren am Straßenrand) und weil wir zum anderen so gut wie keinen Sprit mehr hatten. Endlich angekommen in Mount Cook Village, merkten wir, dass sich der Campingplatz auf dem wir schlafen wollten 20 km vom Dorf entfernt befindet. Da wir unbedingt die Kamera aufladen wollten, war der kostenlose zentrale Platz keine Alternative und wir düsten 20 aufregende Kilometer wieder zurück.
Am nächsten Morgen ging es über einen schönen Wanderweg, in etwas mehr als einer Stunde, zum Mount Cook. Vor dem Berg liegt ein großer Gletschersee in dem einzelne Eisstückchen vor sich hintreiben. Wir suchten uns einen großen Stein, etwas abseits der Touristen, und blieben bei dem tollen Ausblick ein paar Stündchen.


Am Lake Tekapo fuhren wir nur vorbei, da es den ganzen Tag regnete. Letztes Ziel in Neuseeland war Kaikoura, wo wir eine Tour zum Whalewhatching gebucht hatten. Aufgrund der Regentage zuvor war die Küstenstraße dorthin leider gesperrt und wir mussten eine Umleitung durch das Landesinnere nehmen. Diese bestand eigentlich nur aus Baustellen und machte wirklich keinen Spaß zu fahren. Der Regen hielt weiterhin an, sodass auch die Nacht im Zelt wieder ungemütlich wurde. Am nächsten Morgen bekamen wir dann leider auch noch die Nachricht, dass die Tour aufgrund der Wetterbedingungen abgesagt wurde. Bis auf ein schönes Bild am Hafen, ist der Trip in Kaikoura leider ins Wasser gefallen. Auf dem Rückweg nach Christchurch nahmen wir einen Anhalter mit (ende zwanzig, Jurastudent und ... aus Deutschland).



Allgemein ist Neuseeland viel touristischer als vor drei Jahren als Chris hier war. Ein paar Kiwis haben uns erzählt, dass es ihnen langsam auch zu viel Tourismus wird. Vor allem dieses Jahr sei extrem viel los. Dabei sind die meisten Touristen tatsächlich aus Deutschland. Manchmal fühlt man sich wie auf Mallorca. :)

Nichtsdestotrotz haben wir in Neuseeland wirklich einmalige Landschaften gesehen und außergewöhnlich freundliche Menschen kennengelernt, wie man sie sonst vielleicht woanders nicht findet. Neuseeland reiht sich defitnitv auf den oberen Rängen unserer Lieblingsländer der Reise ein!

Auf in das letzte und große Abenteuer: Australien!





 

25Februar
2017

Hello New Zealand - Nordinsel

Der bisher mit Abstand turbulenteste Flug, brachte uns an unser weitestes Reiseziel. Wir erreichten Neuseeland, das andere Ende der Welt.

In Wellington startete die zweiwöchige Tour über die Nordinsel. Wir trafen dort Tine, die Schwester von Chris. Um flexibel die Insel zu erkunden, mieteten wir uns einen fahrbaren Untersatz. Es wurde, nicht wie anfangs gedacht, ein klassischer Camper, sondern ein kleiner Nissan Cube mit einem Zelt auf dem Dach. Es stellte sich recht schnell heraus, dass dieses für drei Personen etwas klein ist.
In den zwei Wochen regnete es leider ziemlich oft, sodass wir auf etwas teureren Campingplätze mit einem Aufenthaltsraum übernachten mussten. Bei den schönsten Ausflügen hatten wir jedoch die Sonne auf unserer Seite.


Wir starteten mit einer rund 20 Kilometer langen Wanderung im Tongariro Nationalpark. Diese wird in allen Reiseführern als die schönste Tagestour Neuseelands bezeichnet. Mit viel Proviant machten wir uns auf den Weg. Wie liefen über schön angelegte Holzstege, Treppen, unbefestigte und steile Schotterwege, Sand und Trampelpfade. Und egal wo wir hinschauten, überall gab es schöne Landschaften zu sehen! Das Highlight war defitnitv der Blick auf den Vulkan, in einen Krater und auf die türkisblauen Seen. Nach sieben Stunden, am Ziel angekommen, konnten wir die Aussage der Reiseführer bestätigen. Die Empfehlung des Trips bringt aber mit sich, dass unglaublich viele Touristen diese Wanderung starten. Teilweise standen wir in einer Schlange und mussten warten, um weitergehen zu können. Es war zwar sehr touristisch, aber trotzdem wunderschön!



Danach führte es uns zu den Glühwürmchenhöhlen bei Waitomo. Ein ziemlich teurer Spaß für einen kurzen, aber lohnenswerten, Trip. Tausende Glühwürmchen hingen an der Decke der Höhle, durch die wir mit einem Boot gefahren wurden. Da Fotos vom Boot aus weder erlaubt noch möglich waren, bleibt dieser Teil einfach in guter Erinnerung. Im ersten Teil der Höhle konnten wir jedoch die Fäden fotografieren, die die Glühwürmchen von der Decke hängen lassen, um mit diesen ihre Nahrung (kleine Insekten) zu fangen.


In Rotorua gab es jede Menge heiße Quellen zu sehen und zu riechen. Mit dem Ortseingangsschild empfängt einem der Schwefelgeruch. Wir besuchten ein Maoridorf inkl. Vorführung des traditionellen Hakatanzes und machten eine Rafting-Tour, bei der wir nach einem 7 Meter hohen Wasserfall tief eingetaucht sind. :)



Der Schlenker über die Landzunge Coromandel war mit ziemlich viel Fahrerei verbunden. Doch die Fahrt hat sich definitiv gelohnt. Überall sah es wie in Hobbiton aus dem Film "Herr der Ringe" aus: große, grüne Hügellandschaften mit vielen Schafen und Kühen. Dazu noch schöne Strände, wie der "Hot Water Beach", an dem man sich bei Ebbe seinen eigenen warmen Pool graben kann. Wir wählten die bequeme Variante und machten es uns in einem verlassenen Pool gemütlich. Das heiße Wasser stammt aus vulkanischen Quellen und kann bis zu 60 Grad heiß sein. Damit man sich nicht die Füße verbrennt, muss man kaltes Meerwasser dazumischen. Eine wirklich lustige Aktion am Morgen.



Im Anschluss fuhren wir zu den Bay of Islands. Neben einer Kajaktour am Abend stand noch ein Segeltrip auf unserer Liste. Wir erhofften uns, das angebotene Schwimmen mit wilden Delfinen wahrnehmen zu können. "Leider" hatte die Delfingruppe ein Baby dabei, weshalb das Schwimmen verboten war. Da wir super Sonnenwetter hatten, konnten wir den Tag auf dem Boot trotzdem genießen!

Über den Bay Islands erreichten wir "Cape Reinga" den nördlichsten Punkt Neuseelands. Dort kann man erkennen, wie der pazifische Ozean und die Tasmansee aufeinandertreffen. Auch an disem Tag war die Sonne auf unserer Seite und ließ tolle Aussichten auf die Küste zu. Auf dem Rückweg stoppten wir am "Ninety Mile Beach". Nachdem wir mit einem Bodyboard die riesige Sanddüne hochgeklettert sind, einen kurzen Blick auf das Meer werfen konnten, während uns vom Wind der Sand ins Gesicht flog, surften wir auf dem Bauch wieder nach unten. Ziemlich anstrengend, schnell, lustig und vor allem sandig!



Mit unserem Auto waren wir auf allen Campingplätzen der Hingucker! Auf den Straßen trifft man immer mal wieder Autos von der Firma Wicked. Alle ganz unterschiedlich, manche mehr, manche weniger provokant besprüht. Wir hatten noch Glück :). Die Kiwis (Einwohner) haben einen echt rasanten Fahrstil und überholen auch in Serpentinen ohne allzu große Vorsicht. Auffällig waren auch die ganzen toten Tiere auf der Straße. Das waren wohl Opossums, die hier eine Plage sind und ausgerottet werden sollen.

Abschließend ging es nach Auckland, wo sich unsere Wege dann wieder trennten. Für Tine ging es auf die Philippinen und für uns weiter auf die Südinsel.

12Februar
2017

Hello Melbourne

Im Flieger von Denpasar nach Melbourne kam kurz etwas Panik auf als plötzlich dichter Nebel aus der Decke kam:

Als auch die Crew die Unruhe mitbekam, folgte die Durchsage, dass dies die Klimaanlage ist und der Nebel völlig normal sei. Wir sind mittlerweile schon ein paar Mal geflogen und haben noch nie eine so gut funktionierende Klimaanlage erlebt ;). Nach ein paar Minuten hatten wir im Flugzeug dann wieder klare Sicht.

Nachdem wir vor dem Regen geflüchtet sind, erreichten wir bei knapp 36°C und Sonne Melbourne in Australien. Es dauerte nicht lange bis die Stimmung deutlich besser wurde! Für schlecht ausgerüstete "Urlauber" gibt es die unerlässlichen FlipFlops direkt am Flughafen aus dem Automaten :). 


Wir schlenderten drei Tage durch die kleinen Nebengassen, Parks und Einkaufspassagen und stellten fest, dass es uns hier sehr gut gefällt. In Melbourne laufen viele Leute mit einem sehr ausgefallenem Kleidungsstil herum, so hat man auch immer etwas zu sehen! :)
Unsere Hostels waren ebenfalls ausgefallen und ziemlich modern. In dem ersten Hostel gab es sogar ein kleines Kino, in dem man sich die Filme einfach ausgesuchen konnte.

Besonders groß war nach Asien der Preisschock! Für eine 1.5 l Flasche Wasser bezahlt man im Kiosk mal eben 4 $. In Asien haben wir vielleicht 1/10tel dafür bezahlt. Im Aldi um die Ecke fanden wir dann doch noch bezahlbares Wasser. Da kam ein Sushiladen, der günstig war und extrem leckere Angebote hatte, genau richtig. Wir aßen mehrmals dort und freuten uns als wir feststellten, dass es eine australische Kette ist, der wir bestimmt noch ein paar Mal begegnen werden...
Seit ein paar Jahren ist das Fahren mit der Straßenbahn im Zentrum der Stadt kostenlos. Da unsere Hostels und alle für uns interessanten Orte im Zentrum oder nah daran lagen, konnten wir auch hier etwas Geld sparen.

 Die Bibliothek - hier verbrachten wir einige Stunden zum Planen der Reise, denn es gibt hier freies Internet.  



Auch die Suche nach einem Mietwagen stellte sich vor Ort als sehr kostspielig heraus. Wir verglichen im Internet die Preise und mieteten letztendlich über einen Vermittler ein größeres Auto zum halben Preis. Und das beim gleichen Anbieter, wo wir vorher persönlich angefragt hatten. Schon verrückt!

Mit dem Mietwagen fuhren wir die Great Ocean Road, eine ca. 240 km lange Küstenstraße, entlang. Tagsüber spielte das Wetter meist mit, sodass wir an langen und schönen Stränden langspazieren konnten. Endlich Sonne und Meer!
Die bekannten Highlights der Strecke, wie die zwölf Apostel, nahmen wir natürlich auch mit. Und tatsächlich entdeckten wir auch die ersten Koalas :)
Wir schliefen während der Fahrt zwei Nächte im Auto auf Campingplätzen. Ohne Isomatte oder Luftmatratze war es auf der Ladefläche einfach viel zu hart. Nach mehreren Versuchen schlief Chris letztendlich auf dem Vordersitz und Corina auf der Rückbank. Nicht bequem, aber für zwei Nächte ausreichend...
 

Nach knapp einer Woche im Süden von Australien, folgen wir nun wieder dem eigentlichen Reiseplan und fliegen für vier Wochen nach Neuseeland. In Wellington, auf der Nordinsel treffen wir Tine, Christians Schwester, mit der wir dann für zwei Wochen zusammen reisen.

Auf in das nächste Abenteuer - wir freuen uns!

04Februar
2017

Halbzeit!

Nach drei Monaten verlassen wir nun Südostasien. Wir haben viele Länder gesehen und sehr viele tolle Sachen erlebt. Zur Zeit sind wir aber auch etwas reizüberflutet. Wenn wir an die ersten Tage in Bangkok oder Vietnam zurückdenken, kommt uns das wie eine Ewigkeit vor. Und als wir hier im Blog in den letzten Tagen mal "durchgeblättert" haben, ist uns erst bewusst geworden, was wir alles schon erlebt haben.

Zu den meisten Ländern hatten wir vorher keine wirklichen Vorstellungen, doch eigentlich waren wir immer positiv überrascht (bis auf wenige Ausnahmen). Wir sind vielen netten und neugierigen Menschen begegnet, haben leckere typische Gerichte probiert und in das asiatische Leben hereingeschnuppert.

In fast jedem Land haben wir ein Highlight der Reise erlebt:
☆ Vietnam > die Stadt Hoi An
☆ Kambodscha > das Planktonschwimmen auf Koh Rong
☆ Laos > die dreitägige Tour mit dem Roller (Thakhek Loop)
☆ Thailand > der Tauchschein
☆ Indonesien > das Händeschütteln mit einem Orang Utan

Neben den schönen Momenten, gab es aber auch einige Situationen die uns genervt bzw. gestört haben:
× Situationen, in denen wir uns nur wie laufende Geldscheine gefühlt haben. Für viele Einheimische waren wir nur die reichen Europäer und das haben sie uns mit ihren überzogenen Preisen und ihrem Verhalten spüren lassen.
× Taxi- und Tuktukfahrer!!!
× das Ausziehen der Schuhe, wenn man ein Restaurant, Hostel oder Tempel betritt
× Moskitos!!!
× die Servicewüste Asien
× das ein oder andere eklige Bad oder Kopfkissen
× die 100ste Nudelsuppe und das 1000ste Mal Reis :)

Zu neutralen Dingen, an die wir uns mehr oder weniger gewöhnen konnten gehören u.a.:
○ kalte Duschen
○ wilde Busfahrten, meist mit Karaoke als Begleitmusik
○ Gekkos und Ameisen als ständige Reisebegleiter

Wir würden alle diese Länder nochmal bereisen, denn einige wenige Punkte sind an der ein oder anderen Ecke noch offen geblieben. Während wir am Anfang unseres Asientrips noch tolles Wetter hatten, verließ uns das Glück am Ende. Da die Inseln in Thailand und Indonesien ins Wasser gefallen sind, haben wir uns fest vorgenommen vor allem dorthin irgendwann nochmal zu reisen. Dann wollen wir auch den Tauchschein nutzen und die Unterwasserwelt erkunden.

Nun heißt es aber erstmal: auf nach Australien und Neuseeland

Wir freuen uns riesig auf die zweite Hälfte unserer Reise!

03Februar
2017

Halo! Denpasar

Die Stadt Denpasar (auf Bali) begrüßte uns mit Regen. 

Am ersten Tag bekamen wir Corinas Ergebnisse per Mail. Kein Malaria oder Denguefieber! Sie hatte zum Glück "nur" eine bakterielle Infektion. Den Namen des passenden Antibiotikums nannte uns die Ärztin ebenfalls. Antibiotikum bekommt man hier in jeder kleinen Apotheke, sodass es von diesem Zeitpunkt an bergauf ging! 

Da der Regen dauerhaft anhielt, verbrachten wir die meiste Zeit im Hotel. Das war bei den ziemlich bequemen Betten auch nicht so schlimm :). Auf dem Weg zur Nahrungsaufnahme kamen wir dann doch mal raus. Spektakulär sind hier tatsächlich die Bürgersteige. Meistens bestehen sie aus glatten Fliesen, was bei Regen schon gefährlich werden kann. Das scheint aber keinen zu stören, denn hier läuft einfach niemand auf dem Bürgersteig. Wir hatten das Gefühl, dass sich hier alle Menschen nur mit dem Roller oder dem Auto fortbewegen. 

     (typisches Gericht in Indonesien: Saté-Spieße mit Erdnussauce)

In Denpasar gibt es eigentlich nichts zu sehen. Normalerweise reist man von hier direkt an die Küste oder auf andere Inseln weiter. Da aber auch auf den Inseln Gili und Komodo schlechtes Wetter war, machte dies keinen Sinn. Ein Reisetief machte sich breit. Das Wetter der letzten Wochen, der Infekt von Corina und die Tatsache, dass die schönen Inseln wortwörtlich ins Wasser fallen, trübte unsere Stimmung. Bis wir uns mit Christine in Neuseeland treffen, waren es noch rund 12 Tage... Wir checkten alle möglichen Optionen und entschieden uns dafür, eine Woche in Australien zu verbringen, bevor wir nach Neuseeland weiterfliegen. Als der Plan stand, brauchten wir nur noch das Visum, welches man online beantragen kann. Passend zu unserem Reisetief und der Pechsträne, bekam Chris keine Visa-Bestätigung per Mail. Erst nach zwei Tagen und zwei Telefonaten wurde das Visum genehmigt. Vorher war eine Einreise leider nicht möglich. Also saßen wir zwei weitere Tage in Denpasar und konnten dann den Flug nach Melbourne nur sehr kurzfristig buchen. Das war leider kein Schnäppchen.

 Auf geht's - hoffentlich in die Sonne!!!

30Januar
2017

Halo! Cemoro Lawang

Mit dem Flieger ging es nun nach Surabaya auf der Insel Java. Unser Ziel, Vulkan Bromo, erreichten wir mit einem privaten Taxi in weiteren drei Stunden Fahrt.

Wir kamen im Dunkeln an und hatten keine Auswahl an Unterkünften. Es blieb uns nur eine völlig überteuerte und kalte Nacht in einem muffeligen Holzbungalow. Da wir keinen Tag verschwenden wollten und uns nachts um drei Uhr für eine Tour angemeldet hatten, war das Schlafvergnügen nur sehr kurz. Ein Jeep sammelte uns ein und brachte uns über Buckelpisten zu einer Ausichtsplattform. Dort warteten wir drei Stunden(!!!) bei Kälte und Regen auf den Sonnenaufgang mit diesen atemberaubenden Blick:

Wir sahen NICHTS! Es war so neblig, dass die Sonne einfach keine Chance hatte. Ziemlich frustriert fuhren wir mit dem Jeep weiter. Nun ging es direkt zum Vulkan, um den Krater hochzulaufen. Dort angekommen, warteten viele Leute, die Touristen mit einem Pferd zum Bromo bringen wollten. Eigentlich kann man nicht von Pferden sprechen, denn wir fanden die meisten sahen eher wie Ponys aus. Die kleinen Pferde mussten vor allem die etwas stämmigeren Touristen auf unebenem Boden bis zum Bromo schleppen. Das war nicht so schön anzusehen. 

Wir schafften es tatsächlich auch ohne Pferde nach oben :). Es war sehr windig und die Gase des Vulkans machten das Atmen ziemlich schwer. Der Pulli musste als Maske herhalten. Oben angekommen, hatten wir diese Sicht in den Krater, die uns von der Ausichtsplattform schon sehr bekannt vorkam: 

Drumherum gab es jedoch etwas mehr zu sehen:

Als wir mit dem Auto bei der Unterkunft ankamen, sahen wir alles das erste Mal im Hellen und was sehen wir da? Der Bromo liegt, natürlich mit etwas Entfernung, neben uns!!! Wir hätten uns die teure Jeep Tour also sparen und zu Fuß gehen können. Na gut - der Trip war leider ein kleiner Reinfall. Den Vulkan Ijen strichen wir nach dem Blick auf die Wettervorhersage auch. Da es hier nichts anderes zu tun gab, fuhren wir mit dem Bus direkt weiter.

 

 

28Januar
2017

Hello Singapur

Am Flughafen in Medan waren wir die wohl einzigen Touristen.  Das führte dazu, dass die Schülergruppen, die am Flughafen Interviews mit Touristen machen sollten, alle zu uns kamen. Somit befragten uns gleich mehrere Gruppen ähnliche Fragen, alles videodokumentiert. Die Unterrichtsstunde zur Auswertung der Interviews war sicher etwas eintönig.  :)

Von Sumatra, einer eher armen und sehr ländlichen Region, ging es in die Metropole Singapur. Wir haben keine Stadt in Südostasien kennengelernt, die weniger "asiatisch" ist als Singapur. Hier ist es überall sauber und alles ist perfekt organisiert. Vielleicht liegt es auch daran, dass man für alle möglichen verbotenen Dinge die man tut, tief in das Portmonee greifen muss. Allein das Trinken in der Straßenbahn kostet 500 S$. Auf Reklametafeln in einem Bar- und Clubviertel "werben" sie mit den Strafen für Vergehen wie Prügeleien, Diebstahl etc.

Bei unserer Ankunft am Flughafen hatten wir direkt das Vergnügen mit der Polizei.  Als wir unser Gepäck vom Kofferband nahmen und gerade durch die Tür in Richtung  Stadt gehen wollten, winkte uns ein Sicherheitsmann zur Seite und schob unsere Rucksäcke noch einmal durch einen Scanner. Dann guckte er grimmig und fragte ob Chris ein Pfefferspray dabei hätte... Mist!
Wir wussten leider nicht, dass der Besitz des Sprays hier verboten ist. Der Herr brachte uns zu einem Büro und meinte, dass die Polizisten zur Anhörung gleich kommen würden. Weitere grimmige Beamte nahmen in Zeitlupe die Personalien von Chris auf. In der Zwischenzeit entdeckten wir ein Plakat auf dem verschiedene Waffen abgebildet waren und der Hinweis, dass bei Einführung, eine Strafe bis zu 20.000 S$, ein Jahr Haft oder beides zusammen droht.
Durch das lange Warten wurden wir langsam nervös. Als nach 30 Minuten dann zwei junge Polizisten um die Ecke bogen, ging es recht schnell. Die Anhörung beschränkte sich auf die Adressenabfrage und nach ein paar Minuten erklärte er, dass Chris nun eine schriftliche Verwarnung bekommt und beim nächsten Singapurbesuch das Pfefferspray besser zu Hause bleibt... Glück gehabt!

Da wir spät in Singapur ankamen, schliefen wir die erste Nacht in einem Hostel. Am nächsten Morgen sahen wir dann leider zuerst das Krankenhaus von Singapur. Corina ging es seit der Anreise gar nicht gut. Sie zeigte alle Anzeichen für Malaria oder Denguefieber. Auf die Ergebnisse der Untersuchung mussten wir noch vier Tage warten, da das Wochenende und das chinesische Neujahr vor der Tür standen. In der Zwischenzeit musste unsere Reiseapotheke herhalten.

Die nächsten Nächte übernachteten wir bei Suzanne und Christian, einem Pärchen, dass wir beim Wandern in Thailand kennengelernt haben. Christian ist Mexikaner und Suzanne kommt aus Chicago. Sie arbeiten als Lehrer an einer internationalen Schule. Die Beiden waren super Gastgeber! Sie haben uns zu dem wöchentlichen Konzert von Christian in einem Hotel auf Santosa mitgenommen, sind mit uns etwas Trinken gegangen, haben uns das leckerste indische Restaurant der Stadt gezeigt und selbstgemachte Quesadillas zum Frühstück serviert.


Auf eigene Faust erkundeten wir die bekannten Sehenswürdigkeiten. Ein Besuch im 57. Stock des Hotels "Marina Bay Sands" und den "Gardens by the Bay" standen natürlich auch auf der Liste. Da wir über das chinesische Neujahr da waren, erhofften wir uns einen Umzug oder ähnliches durch Chinatown. Doch leider fanden diese Dinge schon vorher statt. Am Neujahr selbst war, wie bei uns in Deutschland, nichts los. Die bekannten "pineapple tarts", die es in Chinatown gibt, trafen voll unseren Geschmack!


Diese Art von Asien gefiel uns sehr gut. Auf Wiedersehen Singapur!

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.